Rückblick auf das 1. Mühlenkonzert am 29.08.1998

Über diese Veranstaltungen lassen wir die Presse berichten:

Chorgesang in alten Mauern

Cäcilia Hultrop überzeugte beim Konzert in Sändkers
Mühle

Heintrop (efer.) So etwas hatten die alten Balken der Sändkers Mühle noch nicht erlebt, und mit ihnen die vielen Besucher des Mühlenkonzerts, die von Mechthild Gertkämper-Sauermann begrüßt wurden. Da klang Posaunen- und Trompetenton durch die weißgekälkten Mauern, und die klaren Stimmen des gemischten Chores Cäcilia Hultrop sangen von Liebesleid und Herzensfreude.

"Eine Idee, die richtig Arbeit gemacht hat", fand Manfred Bauss, der die Gesamtleitung der Veranstaltung hatte. Doch die Mühe hat sich gelohnt. Den vielen Helfern war es gelungen, die Stimmung zu zaubern, die sie sich wünschten. In einer herbstlichen Dekoration und bei Kerzenlicht lauschten die vielen Besucher auf allen Ebenen im Innern des Gebäudes den Liedern des gemischten Chores und den Blasinstrumentenklängen des zu diesem Experiment zusammengefundenen Quartetts der Blasmusik Hultrop.

Ein herzliches Schmunzeln und mitunter auch ein breites Grinsen entlockte Dieter Bettenworth den Gästen mit seinen humorigen Vorträgen, etwa mit den Geschichten von Endrikat: "Der eine lauscht dem Klang der Saiten, der andere dem Dudelsack". In einem orientalischen Märchen erzählte er von dem weisen Mädchen, das nur ungern dem jungen Mann in die Schlucht folgte, "Du könntest mich küssen", so ihre Mutmaßung, worauf der Jüngling rief, "Allah segne deine Weisheit", ob er dann wirklich zum Zug gekommen war, blieb ein Geheimnis.

überhaupt hatten es die Darsteller in den Balladen "Es waren zwei Königskinder" und "Sah ein Knab' ein Röslein steh'n", als Soli vorgetragen von Manfred Bauss und Martin Zeuch, begleitet von der Gitarristin Hiltrud Sluimann, schwer zueinander zu kommen. Ganz anders in der Geschichte um Ferdinand, Fritz und Käthe von Wilhelm Busch. Da fanden sich die beiden Liebenden, natürlich zum Leid des Dritten.

Gelungen war der Wechsel von Musik und Literatur, und so schloß sich an die Erzählung von den beliebten Humoristen das Blockflötenquartett von Thea Blattmann an und ließ alle Brünnlein fließen.

Nach der Pause intonierte der Chor bekannte Volks- und Kirchenlieder wir "Auf du junger Wandersmann" oder "Wem Gott will rechte Gunst erweisen". Mit den Geschichten von Wilhelm Busch und der Entwicklung der Sändkers
Mühle hieß es Abschied nehmen. So erlebten die Gäste "Kein schöner Land in diese Zeit" und "Nehmt Abschied Brüder, ungewiß ist jede Wiederkehr" bereits bei einsetzender Dämmerung. Wobei viele dieser Veranstaltung eine Wiederkehr wünschten.





Zeitungsartikel 1

   





Zeitungsartikel 2

In alter Mühle dreht sich alles um den guten Ton

Lippetal-
Heintrop (kst.) Am Vorabend des Tages des offenen Denkmals war Sändkers Windmühle wiederum Veranstaltungsort eines stimmungsvollen Abends. Der gemischte Chor Hultrop hatte zum zweiten Mühlenkonzert eingeladen. Der Chor unter Leitung von Manfred Bauss bereitete den zahlreich erschienen Zuhörern in der heimeligen Atmosphäre der alten Windmühle unter dem Motte "Allzeit fröhlich" einen wundervollen Abend. Grundlage des Kunstgenusses war eine Kantate von Gerhard Rabe, in der dieser Teste niedersächsischer Hausinschriften zu einem Musikstück verarbeitet hatte, das mit Hilfe des Chores, Hiltrud Sluimann als Sopranistin, den Instrumentalstimmen von Klarinette, Oboe, Querflöte und Klavier zu einem bunten musikalischen Blumenstrauß zusammengebunden war.

Die urwüchsigen Texte, in denen es um Schutz vor Sturm, Feuer, Not und allem anderen Unglück ebenso ging, wie um Glück, Gerechtigkeit, den Schutz  und Segen Gottes und das Angebot herzlicher Gastfreundschaft wurden vom Chor und Solisten gekonnt interpretiert, Die Solisten kredenzten den Zuhörern französische Flötenmusik. Die einzelnen musikalischen Darbietungen garnierte Dieter Bettenworth zwischendurch in liebenswürdiger Art mit Texten von Eugen Roth, mal in heiter-satirischer, mal in nachdenklich-hintergründiger Form. Diese lyrischen und manchmal auch mit einem Hauch wohlwollender Ironie gespickten Verse veranlassten so manchen Zuhörer zu einem herzlichen Schmunzeln. So war der Abend wohl für alle Besucher ein willkommener Genuss, und die Mühlenkonzerte dürften im kulturellen Leben der Gemeinde Lippetal ihren festen Platz gefunden haben.
(...)

"Liederliches" in gediegener Atmosphäre

Lippetal-
Heintrop (sre.) Experiment gelungen, Zuhörer begeistert - so die durchweg positive Bilanz, die die Sänger des Gemischten Chores Cäcilia Hultrop nach ihrem ersten Mühlenkonzert ziehen konnten. Ein Wagnis deswegen, weil die Akustik in Sändkers Mühle natürlich nicht mit der einer Kirche oder einem großen Saal zu vergleichen ist. Bei gediegener Atmosphäre mit Kerzenschein und einem Glas Pfirsich-Bowle verteilten sich rund 70 Gäste auf drei Etagen des Gemäuers und erwarteten gespannt die ersten Klänge.

Abwechslungsreich gestaltete sich sodann der erste Themenabschnitt, der dem "Lob der Musik" gewidmet war. Einige Mitglieder der Blasmusik Hultrop, die sich eigens für diesen Abend gruppiert hatten, eröffneten feierlich mit ihrem "Entrada", nachdem Mechthild Gertkämper-Sauermann ihren Willkommensgruß ausgesprochen hatte. Fröhlich stellten die Sänger fest: "Mein Mund, der singet" und hatten noch andere Lobgesänge an ihre "Freundin", die Musik, parat. Aus dem Endrikat "Liederliches" las  Dieter Bettenworth als Vorsitzender des Mühlenvereins den "Hymnus an die Lebensfreude".

Gekonnte Soli bestimmten den folgenden Themenabschnitt: Martin Zeuch und Chorleiter Manfred Bauss (beide Tenor) sangen abwechselnd "Es waren zwei Königskinder" und wurden beim "Heideröslein" in zwei Fassungen von Hiltrud Sluimann auf der Gitarre begleitet. Seinen Sinn für Humor stellte Dieter Bettenworth mit der "Schmunzel-Liebesgeschichte" unter Beweis. In der Liebe gibt es auch weniger schöne Seiten, das stellte sich zumindest im dritten Konzertabschnitt "Untreue und Liebesleid" heraus. Vorsichtig fragten die Sangesbrüder und -schwestern "Erlaube mir, feins Mädchen" und erinnerten sich taktvoll "Hab oft im Kreise der Lieben". Birnenbäume und das blonde Käthchen sind schuld daran, daß "Fritz und Ferdinand" nun zerstrittene Leute sind, so jedenfalls interpretierte Bettenworth die Geschichte von Wilhelm Busch.

Erstmals hatte der Blockflötenkreis unter der Leitung von Thea Blattermann seinen Auftritt, als der nötige Platz für Notenständer und Flöten geschaffen war. Das Stück "Wenn alle Brünnlein fliessen" gehörte ebenso wie die "Mühlenlieder" zum Repertoire des Kreises.

Den vierten Konzerteil bestimmten die Wanderlieder. Und auch die Gäste stimmten heiter mit ein, als es hieß "Das Wandern ist des Müllers Lust". Im weiteren Verlauf thematisierten Sänger und Instrumentalisten das Naturerleben und schließlich den "Abschied", der mit der "Abenddämmerung" von Heinrich Heine begangen wurde.
 

   

   

 

 

 
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