Bericht: Soester-Anzeiger online vom 25.10.2019 (© Michael Dülberg)

 

Was wird aus Sändkers-Mühle? Nach dem Eigentümer-Wechsel steht das Denkmal in Heintrop vor einer ungewissen Zukunft. Der Förderverein zieht sich zurück.

Heintrop – Wird es weiterhin Trauungen in der Heintroper Windmühle geben? Auch die Führungen für Schulklassen und das zuletzt alle zwei Jahre organisierte Mühlenfest am Pfingstmontag sind zurzeit ungewiss.

Wie der Anzeiger nach der kürzlichen Jahreshauptversammlung des Fördervereins der Sändkers-Mühle berichtete, hat es einen Eigentümer-Wechsel gegeben. Nicht mehr Marga Sändker (90) ist Eigentümerin der Mühle und zweier nebenliegender Hallen nebst Wohnhaus auf einem Grundstück/, sondern ihre Söhne, Willi und Heinz Sändker. Mit dem Eigentümerwechsel wurde der bisherige „Windmüller“ Andreas Sändker, der jüngere Bruder von Willi und Heinz unerwartet aus der Verantwortung genommen.

Seit 22 Jahren um Mühle gekümmert
Er und seine Frau Theresia hatten sich seit 22 Jahren um die Mühle und ihre Erhaltung und Pflege sowie die Verpflichtungen der Eigentümer aus den gewährten Denkmal-Zuschüssen gekümmert. Vor 24 Jahren hatte es Denkmalmittel für die neuen Flügel der Windmühle gegeben, die allerdings nicht drehbar sind, aber das Mühlenbauwerk in Heintrop wieder in seiner ursprünglichen Weise zeigen. Angetrieben wurde das Mühlwerk schon seit Längerem von einem Elektromotor. Die Denkmalmittel sind allerdings an die Bedingung für die Eigentümer und Rechtsnachfolger geknüpft, dass die Mühle für 25 Jahre in geeigneter Weise der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.

Trauungen und Führungen
Das haben Theresia und Andreas Sändker stellvertretend mit den Trauungen, Führungen für Schulklassen oder nach Verabredung für interessierte Personen und Gruppen sowie dem Mühlenfest gemeinsam mit vielen Ehrenamtlichen in der Vergangenheit auch eingehalten. Die neuen Eigentümer haben bisher nicht erkennen lassen, wie und mit welchem Konzept einer Eigenbeteiligung sie ihrer Verpflichtung nachkommen wollen.

Bürgermeister schaltet sich ein
Bürgermeister Matthias Lürbke bestätigte auf Anfrage des Anzeigers, dass die Gemeinde vom Förderverein der Mühle offiziell über die geänderten Eigentumsverhältnisse informiert wurde und die neuen Eigentümer bezüglich möglicher zukünftiger Vereinbarungen und Zusammenarbeit anschreiben werde.

Dem Förderverein fehlen Nutzungsrechte
In der Versammlung des Fördervereins Sändkers Mühle e.V. am 22. September 2019 wurde der Eigentümerwechsel ab dem 1. März 2019 an die Brüder Willi und Heinz Sändker den anwesenden Vereinsmitgliedern bekannt gegeben und Folgendes mitgeteilt: „Bedingt hierdurch hat die Traumühlenvereinbarung mit der Voreigentümerin Marga Sändker keine Gültigkeit mehr. Ebenso fehlen dem Verein jegliche schriftliche Nutzungsrechte. Eine angebotene Vollmacht der neuen Eigentümer für den Fördervereins-Vorsitzenden (Andreas Sändker die Red.) erlischt unwiderruflich schon zum 30. Juni 2020 und kann auch ohne Angabe von Gründen widerrufen werden. Aufgrund der zusätzlich am 2. März 2019 geäußerten Veräußerungsabsichten der Neueigentümer hat der Förderverein langfristig keine Planungsperspektive für eine weitere Nutzung und kann weder an Brautpaare, Mühlenfest-Aussteller und Handwerker, noch an Mühlenbesucher verbindliche Zusagen geben, ohne die Gefahr, bei Nichteinhaltung selbst in Rückgriff genommen zu werden. Dieses Risiko kann der Verein zukünftig nicht eingehen und ist ihm und den ehrenamtlichen Helfern im Hinblick auf den hohen Aufwand an Vorbereitungen, insbesondere vor dem Hintergrund, dass ihm jederzeit ein weiterer Eigentümer-Übergang mit einem neuen Eigentümer angezeigt werden kann, auch nicht zumutbar. Aus diesen Gründen zieht sich der Förderverein aus seinen bisherigen Aktivitäten derzeit zurück.“

Ein Gespräch am 4. November
Heinz Sändker, einer der beiden neuen Eigentümer, erklärte auf Nachfrage, dass es am 4. November einen Gesprächstermin beim 2. Vorsitzenden des Fördervereins, Theo Wenker, in Hultrop geben soll, an dem die „Pflöcke eingeschlagen“ werden und Entscheidungen fallen. Seiner Meinung nach könne alles so weiterlaufen, es sei aber zu bedenken, ob der Ertrag zum Beispiel der aufwendigen Trauungen, die Mühe rechtfertige und ob dies weitergeführt werden solle.

Kein Gesprächstermin
Dem entgegnet Andreas Sändker: „Entgegen der unabgesprochenen Aussage von Heinz Sändker wird es am 4. November keinen Gesprächstermin geben, da in der Jahreshauptversammlung der Mühlenverein hinlänglich Stellung bezogen hat und die neuen Eigentümer dort erklärt haben, keinerlei Mitarbeit und Verantwortung für die Mühlenaktivitäten übernehmen zu wollen. Das ist aber neben weiteren langfristig perspektivischen Regelungen für den Verein Voraussetzung, da kein Ehrenamtler oder Freiwilliger dem Objekt so nah steht wie der Eigentümer selbst und das ist nun ja keine 90-Jährige mehr.“ Der Förderverein mit seinem Vorsitzenden Andreas Sändker sehe daher keine Veranlassung zu einer weiteren Stellungnahme. Es bleibe die Anfrage des Bürgermeisters an die Eigentümer und das Ergebnis abzuwarten.

 

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